Abschlussfazit

erstellt am: 23.09.2016 | von: pitschek | Kategorie(n): Allgemein

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Ich denke nachdem jetzt etwas Zeit vergangen ist und etwas Abstand zum letzten Rennen, ist es an der Zeit ein wenig zu reflektieren. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es trotz des objektiv schlechten Abschlusses genau der richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung war. Sicher hätte ich mir vor 7 Wochen nichts mehr gewünscht als einen richtigen Knaller im letzten Rennen abzuliefern. Die Vorzeichen dafür waren auch gar nicht schlecht. Aber der Mensch ist eben keine Maschine und hat auch mal schlechte Tage. Ich habe mich einfach von Anfang an schlapp und kraftlos gefühlt. Warum? Ich habe bis heute keine Erklärung. Und ich denke es ist Teil des Mensch seins, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Wäre ja auch ein Stück weit langweilig. Im Nachhinein bin ich auch froh, dass ich die Entscheidung beim Ostseeman mein letzten Profi Rennen zu machen schon vorher bekannt gegeben habe. Nach dem Rennen wäre es sicher schwer gewesen keinen Rückzieher zu machen und auf noch ein weiteres Rennen zu setzen um dort den perfekten Abschluss zu erleben. Aber warum eigentlich? Muss immer alles perfekt sein, so wie es uns immer vorgegaukelt wird? Menschlich sein finde ich persönlich deutlich wichtiger. Ich denke das war ein roter Faden der sich durch meine letzten 7 Jahre als Profisportler gezogen hat.

Zudem wäre es auch fürchterlich inkonsequent gewesen.

Inkonsequenz war noch nie so mein Ding.

Daher habe ich mich auch vor 7 Jahren dafür entschieden dem „sicheren“ Leben als Chemiker tschüss zu sagen und ganz und gar konsequent auf den Sport zu setzen. Klar war ich nie Weltmeister oder Ironman Sieger, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es geschafft habe sehr nah an die Leistung ran zu kommen die mein Körper mit seinen physischen Voraussetzungen und meinem Lebensumfeld maximal hergibt. Ich habe 7 Jahre danach gestrebt der beste Athlet zu sein der ich nur sein kann. Ich denke 2-3 Mal war ich in Rennen auch sehr nah dran an diesem für meinen Körper unter meinen Umständen bestmöglichen Ergebnis. 8h17min für die 226km eines Ironman sind für jemand der spät in den Sport eingestiegen ist und keinen leistungssportlichen Hintergrund hat absolut in Ordnung. Was mir an Talent fehlte habe ich versucht durch Hingabe und Liebe zum Sport weg zu machen. Ich mag den Sport immer noch, nur nicht mehr ganz so hart und heftig. Besonders stolz bin ich auch auf nur ein nicht in´s Ziel gebrachtes Rennen in allen meinen Rennen. Da musste schon ein Muskelfaserriss her um mich davon abzuhalten ;-). All die Erfahrungen und Erlebnisse der letzten sieben Jahre sind sowieso unbezahlbar.

Oft wurde ich gefragt warum ich mit „nur“ 31 Jahren schon mit dem Leistungssport aufhöre. Die Antwort darauf ist auch ziemlich banal. Ich habe immer gesagt, dass ich den Sport so lange auf hohem Niveau betreibe wie ich mich als Sportler weiter entwickel. Irgendwann war dann der Punkt erreicht an dem ich das Gefühl hatte keine Fortschritte mehr zu machen. Also war die logische Konsequenz mit etwas Neuem zu beginnen. Etwas wo der tägliche innere Antrieb wieder vorhanden ist stetig besser zu werden. Etwas das einen nicht so müde und KO macht, dass man seine Freizeit am liebsten liegend oder schlafend verbringt ;-). Mit den Kindern zu toben ohne die nächste Einheit im Hinterkopf zu haben ist schon schön.

In Zukunft möchte ich mein Wissen und meine Erfahrung weiter geben und mich als Trainer täglich weiter entwickeln. Diese neue Aufgabe erfüllt mich wieder mit der unbändigen Motivation, welche ich auch damals verspürt habe als ich mich entschieden habe den Triathlon Sport professionell zu betreiben. Dem Sport bleibe ich also verbunden.