Ma inne Flasche gucken wie spät dat is. Jaa, jetzt is dat wieder so weit.

Am Wochenende wird in Werner´s Hochburg mal wieder der Ostseeman angepfiffen, und das 15 Jährige Jubiläum gefeiert. Gut, das legendäre Fußballspiel aus “Werner” hat schon ein paar mehr Jahre auf dem Buckel, aber 15 sind nun auch schon eine Menge. Wenn ich jetzt bedenke, dass ich von diesen 15 Austragungen dann 8 Stück mitgemacht werden habe, komme ich mir schon ein wenig alt vor ;-). 2008 habe ich in Glücksburg im zarten Alter von 23 Jahren meine erste Langdistanz in´s Ziel gebracht und war dann seit 2010 ununterbrochen vor Ort. Ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, das in diesen Jahren wirklich alles dabei war was man als Hochleistungssportler so erleben kann. Ich hatte einige sehr gute Rennen. Unglaubliche Hochgefühle nach nahezu perfekte Renntagen. Aber auch die vermutlich schwersten Stunden meiner Profilaufbahn im letzten Jahr, als die Hüftschmerzen schon ab km 15 das Laufen fast unmöglich gemacht haben. Es fühlte sich eher danach an ein Holzbein hinter sich her zu ziehen. Die ungebrochene Siegesserie ist damit futsch. Nichts desto trotz möchte ich in diesem Jahr den 6. Sieg einlaufen. Oder vielleicht gerade deshalb? Fast 18 Monate hatte die Verletzung das Laufen beeinträchtigt und mehr als nur einmal kam der Gedanke an das Aufhören. Aber ich denke niemand möchte mit einem Wandertag seine sportliche Karriere beenden. So was sitzt tief und lässt sich nicht so leicht aus dem Kopf verbannen. Daher war es sehr wichtig für mich nochmal mit optimaler Form an den Start zu gehen. Es wird der Letzte sein. Zumindest der Letzte bei dem ich um den Sieg mitkämpfen möchte. Danach wird es Zeit für neue Aufgaben. Aber keine Angst, ich werde dem Sport, der nun seit vielen Jahren einen großen Teil von mir ausmacht, treu bleiben. Nur aus einem anderen Blickwinkel. Ich denke, es gibt viele die bei der Erfüllung ihrer sportlichen Träume unterstützt werden wollen. Aber dazu später mehr.

Das Training der letzten Monate war wirklich sehr zufriedenstellend. Auf dem Rad konnte ich sogar in vielen spezifischen Trainings und in den beiden letzten Rennen persönliche Bestleistungen aufstellen. Ich denke da bin ich mit einer Schwellenleistung von 5 Watt/kg mehr als gut aufgestellt. Gut, absolut gesehen ist das bei 64kg Körpergewicht jetzt nicht so viel, aber besonders die Ostseeman Strecke spielt mir da ganz gut in die Karten. Die vielen knackigen kurzen Anstiege und Kurven haben schon so manchen Athleten gebrochen, der etwas mehr Gewicht mitbringt. Auf der sehr welligen Laufstrecke ist es wahrscheinlich sogar noch günstiger. Auch die Laufform war zuletzt wieder auf dem Niveau von 2014. Ein paar mal bin ich auf dieser Strecke schon knapp am sub 2:50er Marathon gescheitert. Vielleicht kann ich mich ja damit noch in meinem letzten Rennen belohnen? Wir werden sehen. Auf jeden Fall verspüre ich eine Lust und Motivation die irgendwie besonders ist. Nur noch einmal für ca. 8h30 alles raus lassen, was der Körper so hergibt und dann ist Schluss, fertig, Feierabend. Das hört sich irgendwie einfach an. Fast so wie der berühmte Spruch “nur noch einer und der letzte” wenn man sich irgendwie durch harte Intervalle hangelt. Also in dem Sinne, ich freu mich tierisch auf Sonntag und hoffe, das die Anfeuerung an der Strecke auch noch einige Jahre in Erinnerung bleiben werden ;-).